Lesezeit: 5 Minuten

Ein nachhaltiges, wirkungsvolles Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) stellt Unternehmen vor Herausforderungen. Seit 2013 ist die psychische Gefährdungsbeurteilung gesetzlich vorgeschrieben. Die Vorteile sind deutlich: Engagierte und gesunde Mitarbeitende steigern die Produktivität, reduzieren Fehlzeiten und senken die Fluktuation. Gleichzeitig positioniert sich das Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber, der das Wohlbefinden seiner Belegschaft ernst nimmt.

Doch wie können Unternehmen konkret unterstützen?

Höheres Risiko im Schichtdienst: Wer besonders betroffen ist

Einige Berufsgruppen tragen ein erhöhtes Risiko, traumatische Ereignisse am Arbeitsplatz zu erleben. Insbesondere Berufsbereiche mit Schichtdienst sind betroffen. Dazu gehören unter anderem:

  • Medizinische Bereiche: Krankenhäuser, Psychiatrien, Pflegeeinrichtungen
  • Sicherheitsdienste: Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei, Justizvollzug, Sicherheitsfirmen
  • Soziale Einrichtungen: Kitas, Schulen, Ämter, Sozialarbeit, Schwimmbäder
  • Verkehr und Industrie: Berufskraftfahrer, Bahnbeschäftigte, Industriearbeitsplätze
  • Auslandseinsätze: Militär, Journalismus in Krisengebieten
  • Banken und Sparkassen
  • Kassenarbeitsplätze im Einzelhandel

Gerade in diesen Bereichen ist es essenziell, nicht nur auf akute Belastungen zu reagieren, sondern vorbeugende Maßnahmen zu etablieren.

Alltagstaugliche Prävention: Was hilft wirklich?

Stressbewältigung will gelernt sein. Damit Mitarbeitende ihren Arbeitsalltag besser meistern, benötigen sie konkrete Unterstützung. Präventivangebote sollten sowohl in den Berufs- als auch in den Lebensalltag integriert werden.

Hier helfen beispielsweise Erste-Hilfe-Kurse für psychische Gesundheit, Resilienztrainings oder Stressbewältigungsprogramme. Dabei steht nicht nur das Individuum im Fokus, sondern auch die Unternehmenskultur insgesamt. Eine resiliente Unternehmenskultur wirkt wie ein Verstärker für alle Maßnahmen.

Teamresilienz als strategischer Erfolgsfaktor

Ein resilientes Team beginnt mit resilienten Individuen. Dafür braucht es Angebote, die auf die persönlichen Bedürfnisse eingehen. Beispielsweise kann das die Unterstützung bei der Suche nach passenden Entspannungstechniken oder einem individuell passenden Ernährungsstil sein. Denn je größer die Einschnitte in den Alltag, desto höher ist der Widerstand gegen Veränderung. Genau aus diesem Grund gilt: Was für Person A funktioniert, funktioniert nicht gleichermaßen für Person B.

Stattdessen sollte die Förderung der Resilienz fließend verlaufen: Von der Einzelperson hin zum gesamten Team. Auf diese Weise lässt sich nicht nur die Zufriedenheit erhöhen, sondern langfristig auch der Unternehmenserfolg sichern.

Team Notaufnahme KI generiert

KI generiertes Foto

Notfallpsychologie im Rahmen eines BGM

Sollten Ereignisse auftreten, welche die Widerstandskräfte dennoch außer Kraft setzen, ist es hilfreich im Rahmen eines BGM einen psychologischen Dienst oder psychologische Ersthelfer im Netzwerk zu haben. Ein internes oder externes Netzwerk aus psychologischen Ersthelfer:innen kann hier wertvolle Unterstützung leisten. Wichtig dabei: Die Inanspruchnahme muss anonym und ohne disziplinarische Folgen möglich sein. Nur so entsteht Vertrauen. Die Unterstützung der psychischen Gesundheit des Mitarbeiters, soll hierbei klar im Fokus stehen.

Um dies zu erreichen, ist es hilfreich ein Krisenintervationsteam aufzubauen. Dafür können Betriebe einzelne Mitarbeiter auf freiwilliger Basis zusatzschulen lassen. Dies stützt Unternehmen und Betriebe auch im Falle von Wirtschaftskrisen, Gesundheitsvorsorge, Gesundheitskrisen wie bspw. Corona und die allgemeine Firmengesundheit, um handlungsfähig zu bleiben.

Mitarbeiter aktiv einbeziehen

Ein BGM-Konzept wird dann wirksam, wenn es gemeinsam mit den Mitarbeitenden entwickelt wird. Je mehr die Belegschaft eingebunden wird, desto besser lassen sich Bedürfnisse erkennen und umsetzen.

Schon durch gezielte Gespräche und Befragungen entsteht ein starkes Fundament für die psychische Gefährdungsbeurteilung. Hier setzt auch ShiftMaids an: Mit einem praxisnahen Ansatz unterstützen wir Unternehmen beim Aufbau einer gesunden Unternehmenskultur und nachhaltigen Resilienz.


Fazit:

Nachhaltiges Gesundheitsmanagement im Schichtbetrieb braucht mehr als Checklisten und Maßnahmenpläne. Vielmehr erfordert es eine Haltung. Wer Mitarbeitende stärkt, stärkt das Unternehmen. Und genau da setzen wir an.

Über die Autorin

Niki ist aktive Flugbegleiterin und Mit-Gründerin von ShiftMaids. ShiftMaids entstand mit Tina Dachlauer aus der Erkenntnis, dass alle Schichtarbeiter *innen die gleichen Kernprobleme haben, die Theorie aber völlig von der Praxis abweicht.